Ralf Buchholz

Giftige Kamellen
Struwe und Fehrmann sind platt. Ihr Chef stellt ihnen die neue Kommissarsanwärterin Bianca Knappe vor, mitten hinein in die Vorbereitungen für die Feier zum Hoppeditzerwachen. Ob sie Verständnis für ihre fröhlichen Vorbereitungen hat? Hat sie, aber – sie ist aus Köln und den Hoppeditz gibt es nur rund um Düsseldorf
Macht aber nichts, denn ihre Arbeit versteht sie. Am Morgen nach der ausgedehnten Feier in der Polizeikantine sichert sie als Erste die Stelle, an der die Leiche gefunden wurde – eine schaumartige, übelriechende Masse quillt aus ihrem Mund, der Mann wurde vergiftet. Auch er hatte am Abend zuvor gefeiert, mit seinem Karnevalsverein „De fuhle Zäng“ (faule Zähne – für die Nichtrheinländer), schließlich war er der 2. Vorsitzende. Hinweise auf einen Mörder oder eine Mörderin (Gift!) lassen sich nicht finden, weder die Witwe noch die Vereinskollegen können sich „das“ erklären. Ich tappe mit den Kommissaren im Dunklen. Es hellt sich ein wenig auf, als im Laufe der Session (Fastnachtszeit) ein zweites Vereinsmitglied mit den gleichen Symptomen gefunden wird. Der Gerichtsmediziner findet noch etwas: Reste eines Bonbons (Kamelle!). Ganz Erkrath steht Kopf, denn hier spielen sich diese Dramen ab.
Wie immer bietet uns Ralf Buchholz viel Lokalkolorit und ebenso viel Humor, der auch einem Krimi gut ansteht. Seine besondere Kunst ist es, einen kompletten Krimi auf rund hundert Seiten zu begrenzen. Dies ist nun schon der so und so vielte rund um seine Mettmanner Kommissare. Aber Mordmotive gibt es eben genug.
Erschienen Oktober 2017, RaBu Verlag Erkrath, 9,50 Euro, zu bestellen per E-Mail bei bookwood@gmx.de
Das Cover hat Seltenheitswert – nach einem Motiv von Jacques Tilly (Karnevalswagenbauer in Düsseldorf)
Hier gibt’s noch etwas mehr zum Buch und zu Ralf Buchholz

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