Das verschwundene Manuskript – Teil drei

Ilse lebt nun allein in dem Pavillon, der ihnen als Wohnung angewiesen wurde. Der Professor ist zum Lustschloss der Prinzessin gefahren, dort sollen Truhen mit alten Pergamenten gefunden worden sein. Die Eheleute sind zum ersten Mal getrennt, getrennt worden ist richtiger. Die Prinzessin umgarnt den Professor, der Fürst macht Ilse fragwürdige Anträge. Durch den Besuch einer Dame, die Ilse seit der Kindheit kennt, wird dieser klar, wo sie wohnt: Der Pavillon ist seit vielen Jahren berüchtigt, weil die Fürsten dort ihre Mätressen untergebracht haben. Das ist im Volk bekannt und so wird Ilse geschmäht: Sie treibt es mit dem Vater und dem Sohn. Das ist für sie unerträglich und sie flieht mit Hilfe eines treuen Dieners in das Haus ihres Vaters. Das allerdings in diesem Fürstentum liegt. Mit Entsetzen stellt man als Leserin fest, wie viel Willkür um 1850 herrschte. Ilse gelingt es nicht, einen Wagen für sich zu mieten, Lakaien wissen das zu verhindern. Gleichzeit gerät ihr Ehemann in Gefahr, der Fürst sucht seine Tochter auf und – als sei es ein Versehen – zielt er mit seinem Gewehr auf den Professor. Ein Hofmann drückt in letzter Sekunde das Gewehr beiseite. Im Schloss der Tochter hatte der Professor ein Manuskript gefunden, das er schnell als Fälschung entlarvt, der Fürst hatte es erstellen lassen.
Dem Hofmann ist inzwischen aufgegangen, dass der Fürst nicht mehr Herr seiner Sinne ist, er fordert ihn zum Rücktritt auf. Jetzt beginnt eine wilde Jagd, der Fürst fährt zurück ins Schloss, erfährt, dass Ilse trotz der Hindernisse fliehen konnte und fährt sogleich weiter zum Gut des Vaters, in dessen Nähe auch der Erbprinz weilt. Es kommt zu einer Katastrophe, zunächst durch etwas, was wir heutzutage Starkregen nennen. Ein Bach wird zum Fluss, gefährdet die Brücken, die über ihn führen. Der Fürst will trotzdem weiter, Sein Wagen stürzt um, der Fürst liegt hilflos im Wasser, wird geborgen und ist nun vollends außer Sinnen. Er wird in das nahe Gut des Vaters getragen, Ilse flieht nun auch aus ihrem Vaterhaus.
Das Ende ist ein doppeltes Happy End, der Professor findet seine Frau Ilse, der Doktor, den wir aus den früheren Teilen kennen, heiratet das von ihm angebetete Mädchen. Aber dem Gedanken, das Manuskript zu finden, schwören die beiden Gelehrten ab.
Noch einmal: Den Bericht aus einer Zeit vor mehr als hundertfünfzig Jahren zu lesen, ist ein Genuss. Und sein Autor ist ein wohlbekannter Mann.

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