Magical Mystery

Ich müsste mal wieder etwas über anderer Leute Bücher schreiben, sonst wird es den Leserinnen hier vielleicht langweilig. Ich lese gerade von Sven Regener „Magical Mystery oder Die Rückkehr des Karl Schmidt“. Besagter Karl Schmidt erzählt und erzählt – lauter kurioses Zeug. Was vielleicht daran liegt, dass ihm von ärztlicher Seite bescheinigt wurde, er sei ein Multitox. Was heißt: Zigaretten, Alkohol, Gras und so weiter. Zusätzlich zu einem mehr als stressigen Job als Musiker führte das zu einem Zusammenbruch – daher nun die Rückkehr des Karl Schmidt, die Rückkehr in ein normales Leben.
Der erste Teil zeigt das Leben des Herrn Schmidt in einer drogentherapeutischen Einrichtung, einer WG in Hamburg-Altona – nicht wirklich normal. Tagsüber tut er Dienst als Hilfshausmeister in einer Einrichtung für schwer erziehbare Kinder, die allerdings einen sehr hübschen Namen hat: Kinderkurheim Elbauen. Die Abende sind Gruppenabende, also -therapie. Daraus erlöst wird er auf Seite hundert von ehemaligen Kumpels, die mit zeitgenössischer Musik zu Reichtum gekommen sind – Rave und so. Sie brauchen ihn allerdings nicht als Musiker sondern als Chauffeur für ihre Magical-Mystery-Tour durch Deutschland. Sie wissen, dass er gar nichts mehr darf außer Zigaretten. Sie haben in Berlin ein Haus, ein Büro mit vielen Schreibtischen und viel Personal, eine oder einer chaotischer als die anderen. DJs, Sänger und Sängerinnen, einzeln oder in Gruppen. Die Büroarbeit erledigen sie nebenher … Die Plattenlabel: BummBumm und Kratzbombe. Einer der größten Hits: Hallo Hillu (!). Charlie, der Multitox, ist der Fels in der Brandung.
Als Leserin nimmt man Teil an einer Tour mit abendlichen „Konzerten“, einigen Stunden ungesunden Schlafs von acht bis zwölf in billigen Hotels und anschließenden Fahrten in die nächste gebuchte Stadt. Kreuz und quer: Berlin – Bremen – Köln – Hamburg und so weiter. Heiter.
Ich bewundere die Kunst von Sven Regener, Sätze auch schon mal über anderthalb Seiten zu führen, ohne dass man ihm einen Fehler nachweisen kann. Und verständlich ist es auch, Charlie schreibt in der Ichform und hat so allerhand zu denken und zu bedenken, da wird der Satz eben etwas länger. Ich bin erst bei Seite 239 von 504 und muss die zweite Hälfte nachreichen.

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