Heike Fröhling

Auf eine kurze Reise hatte ich mitgenommen:
Das Leben ist nur ein Moment
Nach dem Klappentext hatte ich mit einer Liebesgeschichte gerechnet, dass sie in Island spielt, hat mich daran gereizt. Was sich entwickelt, ist eine Familiengeschichte. Isabell, Studentin, findet im Nachlass der Großmutter Emma Hinweise auf etwas, was sie nicht kennt: eine Vergangenheit in Island. Kurzentschlossen fliegt sie hin – eine Telefonnummer ist der einzige Anhaltspunkt. Es ist ein Treffer.
Die Großmutter Emma kommt 1949 als Landhelferin an den Rand Europas, animiert durch ihre Cousine Ursula. Ihre Vergangenheit ist grau und die Kriegserinnerungen lassen ihr keine Ruhe; ihre Gegenwart besteht aus Einschränkungen. Eine Karriere als Pianistin ist anscheinend unmöglich. Was verspricht sie sich von Island? Island ist kein Land wo Milch und Honig fließt. Das Land ist rau, die Familienmitglieder leben eng beieinander unter einem Dach. Vieles ist so wie vor hunderten von Jahren. Irgendwie ergibt sich die Heirat mit dem Sohn des Familienoberhauptes, der früh Witwer geworden ist, Aron. Bald kommt ein Kind zur Welt, Daniel. Es kommt auch ein entfernter Verwandter zu Besuch, Jon …
Isabell beginnt ihre Suche nach der Großmutter in dem Gästehaus, zu dem die Telefonnummer gehört. Auch hier wohnt eine Großfamilie zusammen. Niemand sagt etwas. Gabriel will ihr bei der Suche helfen und wie schon der Klappentext andeutet, verliebt Isabell sich in ihn. Wird diese Geschichte enden, wie die ihrer Großmutter?
Beide Geschichten sind gekonnt miteinander verwoben, das Land ist 60 Jahre später ein anderes geworden. Aber der Reiz der kargen, fremden Landschaft ist geblieben.
Erschienen am 9. Februar 2016, amazonpublishing, Tb 9,99 Euro, E-Book 4,99 Euro
Im Netz mit einer Lesung und Fotos von Island

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