Archiv der Kategorie: Rezensionen

Leonie Haubrich zum Zweiten

Das Buch von Leonie Haubrich wird in einer sogenannten Blog-Tour vorgestellt. Den Anfang machte gestern der Blog buch – leben Bücher & mehr

Heute macht blog-a-holic weiter
Nina Wacht, 31 Jahre jung, berichtet von der Entstehung des Covers für den Haubrich-Thriller, ein Hindernisrennen – auch für mich sehr interessant. Ich habe bisher Glück gehabt mit meinem Grafiker, schon sein erster Entwurf gefiel mir, ein bisschen noch geändert – und gut.

Ich finde, es ist ganz interessant zu sehen, wie eine solche Blog-Tour aussieht.

Leonie Haubrich

Worum geht’s? Um einen weiteren Thriller von Leonie Haubrich. Andere habe ich bereits besprochen und empfohlen.

„Ein Fehlurteil, eine Entführung, ein Psychoduell – und ein Kampf um Gerechtigkeit, der in unfassbare Abgründe führt.
Thomas Juchmann kann aus dem Maßregelvollzug fliehen. Dabei ist er nur von einem Gedanken getrieben: die Konfrontation mit dem Gutachter, der dafür verantwortlich ist, dass Thomas für einen Mord verurteilt wurde, den er nie begangen hat. Elf Jahre lang saß er in der Psychiatrie.
Doch das Vorhaben gestaltet sich schwieriger als geplant. Bald muss sich Thomas fragen: Gibt es für ihn eine Grenze, die er nicht überschreitet, um sein Ziel durchzusetzen? Ist er wirklich besser als der Gewalttäter, für den ihn alle halten?
Ein dramatischer Psychothriller, in dem aus Jägern Gejagte werden und umgekehrt, in dem Schuld und Unschuld verschwimmen. (Quelle: auf-lose-blaetter.de)“

Leonie Haubrich, Die Sprache des Schmerzes, Erscheinungstag heute, 26.3.18
Einführungspreis E-Book 1,99 statt 3,99 Euro

Düsseldorf rechtsrheinisch

Gestern Abend war ich mit dem Erkrather Krimibus unterwegs – eine Lesung von Carsten Rösler war angesagt. Kriminelles natürlich, aber mit einem großen Schuss Humor. Da kauft man natürlich auch ein Buch: Düsseldorf rechtsrheinisch. Schließlich habe ich achtzig Jahre lang rechtsrheinisch in Düsseldorf gewohnt. Rechtsrheinisch wohne ich immer noch, aber nun in Erkrath-Hochdahl, wie bekannt. Vom Rhein sehe ich noch die Fleher Brücke.
Eine der Geschichten aus dem Buch ist natürlich von Carsten Rösler – „Superheld in Gerresheim rettet junge Frau vor fiesem Verbrecher“. Das ist sehr, sehr kurz gesagt der Inhalt. Von den anderen schreibe ich gar nichts, warum sollte ich die Konkurrenz loben? Sind allerdings bekannte Namen darunter, kann man bei Amazon nachsehen 😉 Mehr über Carsten Rösler hier bei facebook
Erschienen 2014, Edition Oberkassel, Tb 10,99 Euro, E-Book 2,99 Euro

Isa Schikorsky

Wer ohne Schuld ist: Ein Rügen-Krimi
Anna Schwanitz, die neue Geschäftsführerin des Hotels Bellevue, sieht sich einer verschworenen Gemeinschaft von älteren Hoteliers im Strandbad Puthagen gegenüber. Noch ahnt sie die wahren Gründe für die feindselige Einstellung nicht, führt sie auf den früheren Besitzer des Hotels, Kruska, zurück. Der hatte das Hotel in den Ruin geführt und verkaufen müssen, hat aber weiter Wohnrecht im Haus. Der Krimi beginnt mit einem Unglück: Das Anbaden, Saisonbeginn auf Rügen, endet für einen der Teilnehmer tödlich. Für Anna scheint das ein böses Omen zu sein, am Tag darauf stürzt eine ihrer Gäste, die Journalistin Mia Rösler, von der Dachterrasse des Bellevue. Tot. Sie hatte sich intensiv mit der Geschichte des Badeortes befasst – und ihr Laptop ist verschwunden. Der brummige Kommissar Warnke, der den Fall übernimmt, muss Anna gleich zu Anfang darauf hinweisen, dass Ermittlungen Sache der Polizei sind. Vergeblich. Die Aufklärung liegt in der Hand der taffen jungen Geschäftsfrau – ihr Lebensziel steht auf dem Spiel. Lokales, Menschliches und Blicke auf das Dunkel der Geschichte machen den Krimi zu einer spannenden Lektüre. Man kann ihn nicht weglegen.
Erschienen am 5. Februar 2018, 240 Seiten, Tb 12,00Euro, E-Book 3,99 Euro

Inca Vogt

Nymphenjäger
Wo liegt der Teufelswald? Doch nicht im schönen Taunus, dem Erholungsgebiet der Frankfurter? Doch. Hier gibt es Jagdgebiete für ganz normale Jäger – und den Teufelswald. Reh und Hase – etwas für Spießer. Exotisch muss es sein, Nachschub gibt es aus manchem Zoo. Aber das genügt den übersättigten älteren Herren nicht. Was ist das edelste Wild? Eine Nymphe. Toni Amato, die Journalistin mit dem richtigen Riecher für Sensationelles fällt auf, dass in letzter Zeit immer wieder Jäger vermisst werden, es gibt Meldungen über entstellte Leichen. Auch sie selbst entdeckt eine und ist mittendrin im Spiel. Ihr Freund Jonas, Tierschützer, wird vermisst. Wieso kommt die Polizei nicht weiter? Jeder deckt offenbar jeden. Ein Thriller, wie er sein muss. Immer der Konflikt: Aufhören, weil es zu grauenhaft wird oder Weiterlesen in der Hoffnung, dass es ein gutes Ende nimmt. Gibt es aber nicht bei einem Thriller. Bätschi, um mit einer Ministerin zu sprechen.
Erschienen im November 2017, Tb 13,90 , E-Book im Moment noch 0,99 Euro

Geheimes Gift

Eine erste Rezension gibt es auf Amazon zum Band 3 der Kirchberg-Krimis – und gleich 5 Sterne:

5,0 von 5 Sternen Miss Marple im Doppelpack
VonNorthern Delightam 2. November 2017
Format: Kindle Edition
Per Zufall stieß ich auf dieses Buch, der in die Schublade „Cosy Krimi“ passen würde. In einer Seniorenwohnanlage spüren die Freundinnen Ruth, eine ehemalige Finanzbeamtin, rundlich und mit Rückenproblemen, und Eveline, schlank und attraktiv, einem erst privaten, dann eskalierenden Mordverdacht nach. Eine angejahrte Bekannte war „plötzlich und unerwartet“ verschieden, wie es ominös in der Traueranzeige hieß. Die Tote und ihr Ehemann hatten in einer sogenannten offenen Ehe gelebt. In „Heimliches Gift“ werden solche Phänomene mit trockenem Humor angegangen. Auch ein Begleitservice für ältere Frauen spielt eine Rolle, und unangehme Gefühle zwischen Freundinnen wie Eifersucht werden nicht ausgeklammert. Die Hobbydetektivinnen sind intelligent und nicht auf den Mund gefallen. Autorin Anne Poettgen verleiht ihnen interessante Ecken und Kanten, und manche Details werden mit einem Augenzwinkern serviert. Ruth etwa fährt einen Smart, aber ein Cabrio. Dass die Autorin einst in der Suchtberatung arbeitete, erhöht die Glaubwürdigkeit gewisser Passagen. Das ist mein erster Krimiausflug in ein Seniorenheim. In einem Vorwort zum Buch bekennt die Autorin, dass sie Krimis schreibt, weil ihr sonst langweilig würde. Das Wort „trostlos“ kommt ihrer Protagonistin Ruth übrigens ohne Hemmungen über die Lippen, wenn es um ihre Umgebung geht (sie besucht jedoch einen Computerclub und die Vorträge eines Geschichtsvereins). Was diesen Krimi für mich interessant machte, war die präzise und schonungslose Beschreibung des Seniorenalltags und die Rebellion der beiden „Spürnasen“ gegen ungeliebte Einschränkungen. Wenn es einen Mord braucht, um die Suppe zu würzen, dann tut das zumindest einer Expansion meiner Bücherwelt gut. Wer sagt denn, dass nur Young Adult Fiction heiß sein kann…

Bernadette Calonego

Die letzte Erkenntnis
Lester Debuisson will sich auch Jahre nach der Ermordung seines Bruders nicht damit zufrieden geben, dass kein Täter ermitteln werden konnte. Durch Notizen seines Bruders, die ihm zugespielt werden, nimmt er eine Spur auf, die ihn von Kanada ins alte Europa führt. Aber schon die erste Station, Berlin, scheint nicht ergiebig. Bis eine junge Schweizerin und ein Beamter des Bundeskriminalamtes Hinweise geben, die wie an einer Schnur zu immer neuen Erkenntnissen führen.
Tia Brekmann dagegen kommt aus der Schweiz nach Kanada auf eine Pferderanch, um ein paar Ferienwochen zu verbringen. Nach dem tragischen Tod ihres Vaters, der vor Jahren erschossen wurde, hat sie einen neuen Namen erhalten, weil auch die Familie gefährdet sein könnte. Einmal zu viel wird nach ihrem Pass gefragt, Schüsse fallen auf der Nachbarranch. Die Ankunft ihres Freundes verzögert sich unerwartet – Tia ist beunruhigt. Ist sie zu ängstlich?
Lesters immer neue Hinweise lassen mich vermuten, wo die Schnittpunkte zwischen beiden Schicksalen sein könnten. Ein aufregende Jagd, an der ich mich gern beteilige. Mehr wird nicht verraten, lesen lohnt sich.
Über die Autorin verrate ich gern etwas: Bernadette Calonego ist in der Schweiz geboren und aufgewachsen, lebt jetzt in Canada, in Vancouver. Sie ist als Auslandskorrespondentin in der ganzen Welt unterwegs und kann darum authentisch über all die Städte berichten, die Lester Debuisson auf seiner Suche nach der Wahrheit kennenlernt.
Erschienen ist „Die letzte Erkenntnis“ Mitte Oktober – und schon ein Bestseller
Das Taschenbuch kostet 9,99 und das E-Book 3,49 Euro.
Über ihr vorjähriges Buch „Die Fremde auf dem Eis“ habe ich auch schon berichtet.
Noch mehr über Bernadette Calonego

John Alba

Kessel
Einmal nebeneinander, dann wieder verflochten existieren Welten, in denen es kriminelle Handlungen und fixe Kriminalkommissare gibt und Welten, in denen eine Wiedergängerin auftaucht oder seltsame Materialisationen erschrecken. Ein Freundeskreis aus sechzehnjährigen Schülerinnen und Schülern wird durcheinandergewirbelt. Die Wiedergängerin ist eine ihrer Lehrerinnen, die vor ein paar Monaten gestorben ist. Tatsächlich – wie DNA-Proben ergeben. Was will sie?
Tobias, die Hauptperson hat einen Vater, der seine Mutter halbtot geschlagen hat, er ist ihre einzige Verbindung zum Leben. Und für seinen Vater wünscht er nichts anderes als den Tod. Ein ermordeter Freund, eine verwandelte Freundin – ein bisschen viel zu bewältigen für den Jungen. Leider kann ich mit diesen dürren Worten nicht wirklich beschreiben, was diese Geschichte ausmacht. Ein umfangreiches Buch und nicht eine Sekunde lässt die Spannung nach. Und, was leider selten ist, ein angemessener Schluss. Noch tagelang tat es mir leid, dass das Buch zu Ende gelesen war. Und wer bei Kessel und Wiedergänger an die Kelten denkt, liegt wohl richtig.
John Alba, erschienen März 2017, Taschenbuch 14,98, E-Book 2,99 Euro

Das verschwundene Manuskript – Teil drei

Ilse lebt nun allein in dem Pavillon, der ihnen als Wohnung angewiesen wurde. Der Professor ist zum Lustschloss der Prinzessin gefahren, dort sollen Truhen mit alten Pergamenten gefunden worden sein. Die Eheleute sind zum ersten Mal getrennt, getrennt worden ist richtiger. Die Prinzessin umgarnt den Professor, der Fürst macht Ilse fragwürdige Anträge. Durch den Besuch einer Dame, die Ilse seit der Kindheit kennt, wird dieser klar, wo sie wohnt: Der Pavillon ist seit vielen Jahren berüchtigt, weil die Fürsten dort ihre Mätressen untergebracht haben. Das ist im Volk bekannt und so wird Ilse geschmäht: Sie treibt es mit dem Vater und dem Sohn. Das ist für sie unerträglich und sie flieht mit Hilfe eines treuen Dieners in das Haus ihres Vaters. Das allerdings in diesem Fürstentum liegt. Mit Entsetzen stellt man als Leserin fest, wie viel Willkür um 1850 herrschte. Ilse gelingt es nicht, einen Wagen für sich zu mieten, Lakaien wissen das zu verhindern. Gleichzeit gerät ihr Ehemann in Gefahr, der Fürst sucht seine Tochter auf und – als sei es ein Versehen – zielt er mit seinem Gewehr auf den Professor. Ein Hofmann drückt in letzter Sekunde das Gewehr beiseite. Im Schloss der Tochter hatte der Professor ein Manuskript gefunden, das er schnell als Fälschung entlarvt, der Fürst hatte es erstellen lassen.
Dem Hofmann ist inzwischen aufgegangen, dass der Fürst nicht mehr Herr seiner Sinne ist, er fordert ihn zum Rücktritt auf. Jetzt beginnt eine wilde Jagd, der Fürst fährt zurück ins Schloss, erfährt, dass Ilse trotz der Hindernisse fliehen konnte und fährt sogleich weiter zum Gut des Vaters, in dessen Nähe auch der Erbprinz weilt. Es kommt zu einer Katastrophe, zunächst durch etwas, was wir heutzutage Starkregen nennen. Ein Bach wird zum Fluss, gefährdet die Brücken, die über ihn führen. Der Fürst will trotzdem weiter, Sein Wagen stürzt um, der Fürst liegt hilflos im Wasser, wird geborgen und ist nun vollends außer Sinnen. Er wird in das nahe Gut des Vaters getragen, Ilse flieht nun auch aus ihrem Vaterhaus.
Das Ende ist ein doppeltes Happy End, der Professor findet seine Frau Ilse, der Doktor, den wir aus den früheren Teilen kennen, heiratet das von ihm angebetete Mädchen. Aber dem Gedanken, das Manuskript zu finden, schwören die beiden Gelehrten ab.
Noch einmal: Den Bericht aus einer Zeit vor mehr als hundertfünfzig Jahren zu lesen, ist ein Genuss. Und sein Autor ist ein wohlbekannter Mann.

Magical Mystery Tour

Sven Regener
Magical Mystery Tour oder die Rückkehr des Karl Schmidt
Besagter Karl Schmidt erzählt und erzählt – lauter kurioses Zeug. Was vielleicht daran liegt, dass ihm von ärztlicher Seite bescheinigt wurde, er sei ein Multitox. Was heißt: Zigaretten, Alkohol, Gras und so weiter. Der erste Teil zeigt das Leben des Herrn Schmidt in einer drogentherapeutischen Einrichtung, einer WG in Hamburg-Altona – nicht wirklich normal. Ehemalige Kumpel sind mit BummBumm-Records zu Reichtum gekommen und brauchen Charlie – so hieß er bei ihnen – als Chauffeur für ihre Magical Mystery Tour, er muss ja nüchtern bleiben. Das Bumm Bumm der Raver macht es Charlie schwer, den Versuchungen zu widerstehen, aber im Notfall hilft ja Wegrennen so sein Therapeut. Das Magische: Auflegen von Platten aus eigener Produktion, einige Stunden ungesunden Schlafs von acht bis zwölf in billigen Hotels. Der Größte Erfolg „HalloHillu! Eine tolle Tour durch Deutschland und die Szene, witzig, humorvoll mit irren Details; anrührend der Kampf von Charlie, der wieder Karl sein will. Bewundernswert: Sätze, die auch schon mal über anderthalb Seiten geführt werden. Verdientermaßen Spiegel-Bestseller.