Archiv des Autors: poettgen

Über poettgen

Ich bin längst nicht mehr berufstätig, daher im Netz unterwegs. Das hält munter. Meine website ist omas-surfbrett.de, eine Unterdomain ist omas-krimi.de

Thomas Herzberg

Vergeltung
Kommissar Wegner bildet als Jungspund neben Kriminalhauptkommissar Kallsen eine Mordkommission. Eigentlich wenig Personal für eine Großstadt wie Hamburg, aber vielleicht gibt es ja mehrere Mordkommissionen. Da ist es hilfreich, dass die Schreibkraft Irmie ein gutes Gedächtnis hat und hin und wieder wichtige Beiträge leistet. Aber nicht nur das ist ungewöhnlich, auch die Handhabung der Aktenordner wundert: Hier wird etwas hinzufügt, was nicht ganz den Tatsachen entspricht, dort einfach etwas entfernt. Hilfreich ist dabei, dass enge Beziehungen zum Fälscher Bonsel bestehen. Der spielt auch im aktuellen Fall eine große Rolle. Eine junge Frau wird ermordet aufgefunden, eine kleine Wolldecke neben der Fundstelle legt den Verdacht nahe, dass sie ein Baby dabei hatte. Es wird also nicht nur der Täter gesucht, sondern auch dieses Kind. Bestehen da Zusammenhänge? Und worauf deutet der Titel „Vergeltung“ hin. Nach ein paar weiteren Morden – wir sind schließlich auf dem Hamburger Kiez – ist auch der Täter tot. Gekonnt geschrieben, auf mehreren Ebenen spannend und auch der trockene Humor kommt nicht zu kurz. Ich habe mir gleich das nächste Buch gekauft, diesmal mit einer Kommissarin – auf Sylt. Davon später.
Teil einer Reihe, erstes Erscheinungsdatum ?
nur E-Book 2,99 Euro

Martin Krist

Böses Kind
Band eins einer Reihe, von der ich den zweiten Band ziemlich begeistert gelesen habe. Auch in diesem Band laufen zwei Geschichten nebeneinander, eine Kriminalgeschichte – ein verschwundenes junges Mädchen muss gesucht werden; Geschichte Nummer zwei: der beschissene Alltag der Mutter dieses Mädchens, Suse – von ihrem Mann verlassen – mit zwei kleinen Gören, dem ständig quengelnden Dennis und dem lieben kleinen Theo und einem Job an der Kasse eines Drogeriemarktes. Welchen Thrillerleser interessiert das, wenn es Seite für Seite um derlei geht. Allerdings, wenn was passiert, ist es besonders grausig und blutig. Zunächst ein Hund, der Hund der Familie, wie ich vermute, dann ein junger Mann – der Freund der verschwundenen Tochter, wie man vermutet, was aber nicht stimmt. Dann der Ehemann und Vater der betroffenen Familie. Alle drei gefoltert und in Kreuzform an eine Wand genagelt. Ein Racheakt in der Baubranche? Da könnte ein Motiv zu finden sein. Denkste. Am hingehuschten Ende wird der Mörder gefasst, wieso der? Sein Motiv? Was geht das den Leser an, fragt sich anscheinend der Autor. Jedenfalls hält er es geheim. Ach übrigens, die Tochter sitzt irgendwann am Küchentisch, zusammen mit ihrem wirklichen Freund, sie hatte die häusliche Misere satt und war abgehauen. Es wäre noch mehr zu bemängeln, ist aber zu kompliziert zu erklären. Ich bin eben erst fertig geworden mit Lesen und ziemlich sauer. Bei Amazon werde ich meine Meinung nicht äußern, da gibt es Rezensionen, bei denen ich mich frage, ob die Leute den Thriller überhaupt gelesen haben.
Nicht empfehlenswert.

Martin Krist

Stille Schwester

Während die Truppe von Kriminalhauptkommissar Henri Frei zu der Erkenntnis gelangt, dass sie es mit einem Serienkiller zu tun hat, versucht eine junge Frau, Rebecca Bartels, herauszufinden, was sie von dem Mann an ihrer Seite halten soll. Eigentlich wollte sie an diesem Abend fragen, ob er sie heiraten möchte, aber die Ereignisse verbieten es ihr. Angeblich hat er heute seinen ersten Arbeitstag bei einer neuen Stelle; er ruft an, dass er später nach Hause kommt, weil er einen Unfall hatte. Das stimmt, aber der tatsächliche Unfallort ist ein anderer, wie die Polizei sagt. Und hier verknüpfen sich die Geschichten, Rebecca Bartels erhält Besuch von Frei und Albers: sie könnte das nächste Mordopfer sein. Und nun kreisen Rebeccas Gedanken um Lügen und einen Mordverdacht. Frei und Albers dagegen denken über Marek nach, einen ehemaligen Kollegen, der jetzt im Immobiliengeschäft tätig ist, mit phänomenalem Erfolg. Aber die obere Etage möchte nicht, dass Marek behelligt wird. Was ist los? Frei begegnet dem philosophisch: „Reiner Zufall wäre Zufall.“
Ein wirklich spannender Thriller mit einem verblüffenden Ende. Den Titel allerdings verstehe ich nicht, kaufe mir aber trotzdem sofort den nächsten Band.
30. Juli 2018, zur Zeit noch 0,99 Euro Einführungspreis

Ich war dann mal weg

Statt einer Woche Bad Salzuflen aber leider nur acht Tage Krankenhaus. Die Wärme – das Herz – das vertrug sich nicht. Aber: Ich habe bei der Gelegenheit die Intensivstation kennengelernt, in der das Mordopfer vom Kirchberg-Krimi Nr. vier, der Geheimagent Günther Wenger, gestorben ist. Tolle Recherche, oder? Später mehr.

Wenn der Berg nicht zum Propheten kommt …

… muss der Prophet zum Berg. Auf diesem Blog hat im Juni 12.947 mal jemand sehen wollen, was ich in Sachen Kirchberg-Krimis so treibe. Vergeblich, denn ich war ja umgezogen – wegen des Datenschutzes. Beim neuen Blog sind nur 407 Klicks angekommen. Das gefällt mir ganz und gar nicht. Ich kehre also zu diesem Blog zurück und liefere das nach, was inzwischen im Juni geschrieben worden ist.
Die Besprechungen von Krimis folgen.

29.06.
Aus Kapitel drei: „Nüchtern betrachtet – was wusste sie eigentlich Konkretes? Ermordet, das dachten auch die Anderen: aber wie? Gift? Darüber war bei den Damen in der unteren Etage spekuliert worden. Und hatte nicht Clara von einer Schwester im Krankenhaus erfahren, dass Wengers Magen ausgepumpt worden war. Da müsste es doch ein eine Notiz in der Krankenakte geben. Und erst recht ein Ergebnis der Analyse des Mageninhalts. Hatte man das einfach so abgelegt, als Wenger dann an einem Herzinfarkt starb. Auch dazu musste es einen Bericht geben. War das einfach so passiert, oder hatte da jemand nachgeholfen, wie Eveline behauptete? Da waren späte Besucher gewesen, ein angeblicher Arzt und die Ehefrau. Wer war der angebliche Arzt. Morgen früh ab in die Pflegeabteilung, sagte sich Ruth und drehte sich in ihrem Bett herum.“

23.06.
Ich bin jetzt auf Seite 51 angelangt. 200 Seiten sind der Umfang des klassischen Kriminalromans, ich bin also auf einem guten Weg.
Gar nicht so gut ist die Lage von Ruth Bergmann, unserer Detektivin wider Willen. Sie ist der Überzeugung, dass Günther Wenger ermordet wurde; ihre Freundin Eveline, die bisher begeistert mitgeraten hat, wer denn der Täter sein könnte, hat aufgegeben. Zwei ältere Herren im Haus am Kirchberg haben gegenüber Ruth die Vermutung geäußert, dass sie Recht haben könnte. Allerdings gehen sie von unterschiedlichen Motiven aus: Bespitzeln, Erpressen und daraufhin Mord, oder Schatten den Vergangenheit: Geheimdienst oder Jugend in der Sowjetunion. Da hat Ruth die Qual der Wahl. Wie soll sie den Fall aufklären? Zur Polizei will keiner der beiden gehen. Warum nicht? Ja, warum nicht?

17.06.
Im Haus am Kirchberg geht ein Gerücht um: Der kürzlich verstorbene Günther Wenger (Sie wissen – der Geheimdienstmann) hat seine Nachbarn bespitzelt und soll den einen oder anderen erpresst haben. In seinem Arbeitszimmer hat man Computer und „so’n Zeugs“ gesehen.
Da liegt der Verdacht nahe, dass jemand dem ein Ende bereitet hat, wörtlich genommen. Wie? Das ist natürlich unklar, denn offiziell ist Wenger einem Herzinfarkt erlege

16.06.
Lokale Bezüge in Krimis finden immer mehr Anklang. Ich vertiefe das gern ein wenig durch die Geschichte der Orte. So berichtet Hilde Wintzig (Sie kennen sie als blass und schmächtig bis mager – aber gebildet; immerhin hatte sie eine Volkshochschule irgendwo im Niederbergischen geleitet) berichtet in der Sitzung des „Geschichtsvereins“ zum Beispiel über den Verlauf des Mauspfades am Rand von Düsseldorf. Nachdem das Gebiet des heutigen Erkrath durchquert war, führt der Weg hinauf in die Gerresheimer Höhen. Warum? Niemand weiß es. Dabei hätte man doch nur dem Lauf der Düssel folgen müssen und wäre in die bequeme Rheinebene gekommen. Dort dann am Rand des Stadtwaldes durch Rath nach Ratingen. In Rath, Düsseldorf-Rath, hat man Funde aus der Zeit ausgegraben, Ruth erinnerte sich an einen Zeitungsbericht darüber.
Ruth kennt die Gerresheimer Höhen aus früheren Wanderungen mit dem Sauerländischen Gebirgsverein und kann sich gut erinnern, wie steil es da auf und ab geht. Heute geht man auf die Höhen um einmal bis Köln gucken zu könnend – man sieht tatsächlich den Kölner Dom!

15.06.
Endlich Zeit gehabt oder genommen, um am Band Nr. vier weiterzuarbeiten. Und gleich entspinnt sich ein Streit zwischen der Heldin Ruth Bergmann und ihrer Freundin Eveline. Ihr wisst doch: Eveline, das ist diese quirlige, fantasievolle, schicke, aber leider alkoholabhängige Person, Mitdetektivin seit Band eins. Sie fühlt sich von Ruth gegängelt, schlecht informiert und überhaupt … Ruth ist verblüfft, erschüttert und sich natürlich keiner Schuld bewusst. Da hilft nur noch Schokolade.

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Mein Blog-Umzug

Ich habe gerade festgestellt, dass nur drei Prozent aller Leute, die diesen Blog hier ansteuern, auch auf den neuen weiter ziehen. Damit bin ich eines der Opfer der neuen Datenschutzbestimmungen. Denn ich bin ja nur umgezogen, weil ich diesen Blog nicht so absichern kann, wie es wohl in Zukunft erforderlich ist. Andere haben ihre Blogs ganz aufgegeben.

Ich hoffe natürlich, dass sich das mit der Zeit ändert und dass Sie und Sie und Sie vielleicht doch weiter wandern auf den neuen, sicheren Blog „Omas Krimis“.
Auf dem neuen Blog gibt es die Möglichkeit, sich als „Follower“ einzutragen. Fall Sie das tun, erhalten Sie jedes Mal eine Mail, wenn es einen neuen Beitrag bei Omas Krimis (neu) gibt. Auf Wiedersehen …

Achim Zygar

Tod eines Pizzabäckers
Siegfried Haverbeck, Kriminalhauptkommissar, ist ratlos. Ist die schwere Ofenplatte gleichzeitig mit dem Pizzabäcker die Treppe hinuntergefallen – Unfall, oder ist sie auf ihn geschleudert worden – Mord. Beliebt war der Typ nicht, es kam schon mal zu Handgreiflichkeiten in der Backstube. Der Neue im Kommissariat, Philip Landmann, ist keine große Hilfe, die Untersuchungen: lustlos, obwohl die Presse nervt. Die Akte landet im Archiv. Wird aber wieder hervorgeholt, als ein weiterer Italiener, Calzone, der kurz verdächtig war, tot aufgefunden wird. Der Handelsvertreter für italienische Waren wird in einem Weinfass entdeckt. Also zwei Fälle zu klären, Aufstockung des Personals, auch durch Haverbecks Freundin Carola. Mit vereinten Kräften wird das Netzwerk rund um Calzone aufgedröselt, skurrile Geschäftspraktiken, eine „Dame“ und ein teurer Wein. Könnte es da Motive für die Morde geben? Interessantes Personal, immer neue Wendungen und vor allem ein gehöriger Schuss ostwestfälischer Humor. Ich freue mich schon auf den nächsten Band, ich habe im Dreierpack gekauft.
Erschienen im Mai 2015, Tb 10,99, E-Book 3,99 Euro