Archiv des Autors: poettgen

Über poettgen

Ich bin längst nicht mehr berufstätig, daher im Netz unterwegs. Das hält munter. Omas Krimis ist eine Unterdomain der leider veralteten Website Omas Surfbrett

Über 6.000 Kommentare

Das Schreiben hier ist mir total verleidet: Über 6.000 Kommentare sind es inzwischen, die ich nicht gelöscht bekomme. Was diese Attacke soll, frage ich mich – fast nur englischsprachige Texte. Ein Lob nach dem anderen zu meinen Beiträgen. Daher jetzt eine längere Pause, bis geklärt wird, wie ich das alles los werde.

Leonie Haubrich

Dünenkind

Thriller schreiben, das kann Leonie Haubrich. Dieses Mal führt sie ihre Leser in eine geschlossene Gesellschaft, in der einer des anderen Aufpasser ist. Ein „Rat“ sorgt dafür, dass alle sich der Gemeinschaft verpflichtet fühlen, was auf den ersten Blick plausibel erscheint: Man lebt auf einer Hallig in der Nordsee. Aber dem Missbrauch ist Tür und Tor geöffnet. Grausame Strafen und ein Initiationsritus lehren den Leser das Grausen. Widerwillig kehrt Marissa nach 30 Jahren zurück, ihr Vater ist schwer erkrankt. Alle ihre früheren Nachbarn stehen ihr, der Verräterin, feindlich gegenüber. Der Versuch, ihre kleine Halbschwester vor dem Ritual zu schützen, bringt sie in Todesgefahr. Wird sie überleben? Die seltsame Landschaft mitten im Meer, und die ungewöhnliche Denkungsart der Halligbewohner bilden die beklemmende Atmosphäre dieses Thrillers, der einen nicht loslässt.

Neuerscheinung, Bestseller

Tb 8,99, E-Book zur Zeit 0,99 Euro

Manfred Schorlau

Ich liebe Verschwörungstheorien. Die Geschichte, die ich hier empfehlen will, ist ganz dicht an den Fakten, nämlich an dem, was in den Akten steht, die die Polizeibehörden angelegt haben. Allerdings stimmt das leider nicht mit dem überein, was den Untersuchungsausschüssen berichtet wurde. Welchen Untersuchungsausschüssen? Denen, die sich mit den NSU-Verbrechen befasst haben. Es geht um einen Krimi, in dem der Private Ermittler Dengler – einst Geheimdienstler – den Auftrag erhält „Klären Sie, wer Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos getötet hat “. Ein üppiger Vorschuss in bar – den Auftrag kann man nicht ablehnen, wenn  man fast pleite ist. Dengler stellt die Fakten zusammen, die man überall finden kann: Die beiden haben am 4. November 2011 den Tod gefunden. Böhnhardt von Mundlos erschossen, und Mundlos hat Selbstmord begangen – vor den Ohren von zwei Polizisten, die den Camper, den beide benutzten, gestellt hatten. Zwischen Mord und Selbstmord hatte Mundlos noch den Camper in Brand gesetzt. Kann man nachlesen.
Aber Olga, die Freundin von Dengler, sagt: „Nee, das kann nicht stimmen, sieh dir die Zeitangaben an, die die Beamten in die Akten geschrieben haben.“ Dengler rechnet: Genau 20 Sekunden liegen zwischen dem Auftauchen der Beamten am Ort und dem letzten Schuss. In diesen knappen Sekunden sollen sich die beiden zum Selbstmord und der Brandlegung entschlossen und das Ganze auch ausgeführt haben. Wer glaubt das? Nur die Leute in den Untersuchungsausschüssen. Und natürlich die Öffentlichkeit, bis auf die, die Artikel in der Welt oder in der ZEIT zum Thema gelesen haben.

Von dem Punkt an wird der Krimi außerordentlich spannend. Man bekommt vorgeführt, wie Geheimdienste arbeiten. Und es fällt einem der Titel des Buches ein: Die schützende Hand. Wer war das wohl, der den Morden zugesehen hat? Zehn Morde immerhin, bei denen niemand auf die Idee kam, sie könnten einen politischen Hintergrund haben. Irgendjemand sagt: Leider eine etwas brutale Art. V-Leute auszuschalten, die zu viel verraten könnten. Was hat man wohl Beate Zschäpe versprochen, damit sie so eisern schweigt, wie sie es getan hat? Oder was hat man ihr angedroht?
Ich schwankte ständig zwischen Glauben und Zweifel. Die Recherchen des Autors –  Manfred Schorlau  – sind sehr gut dokumentiert: Zu allen erwähnten Zeitungsmeldungen gibt es Links, man kann sich über beigefügte Fotos über wandernde Totenflecken und Totenstarre informieren. Stegdra kann oder muss nicht der Ort sein, an dem die beiden Verbrecher starben.
In der ZEIT vom 2. Mai 2019 (Nr. 19) las ich in der Rubrik Recht & Unrecht den Artikel „Das vergessene Opfer der NSU“. Schon 1999 gab es ein Attentat in Nürnberg. Erster Eintrag in der Akte: Kein politisches Motiv erkennbar. Ein naher Bekannter des jungen Türken zeigte ihn – laut Akteneintrag – an, das Attentat selbst inszeniert zu haben. Der Mann ist offiziell nie darüber informiert worden, dass es eine Tat des NSU war. Die schützende Hand gab es von Anfang an.
Was ich natürlich auch gern wissen würde: Wozu brauchte man diese NSU-V-Leute? Wenn, ja wenn, die „Fakten“ stimmen.

Die schützende Hand: Denglers achter Fall  
von Wolfgang Schorlau | 6. April 2017
4.3 von 5 Sternen 114

Taschenbuch 9,99€

Kindle 9,99€

Thomas Herzberg

Thomas herzberg

Eiskaltes Sylt

Der Bauer Mommsen wird tot aufgefunden. Niemanden wundert das, denn er ist auf Sylt verrufen, hat im Gefängnis gesessen für Taten, über die man nicht spricht. Vier junge Frauen, die durch erlittenes Leid verbunden sind, haben auf Rache gesonnen, für das, was man ihnen in ihrer Kindheit angetan hat. Ist eine von ihnen die Täterin? Der Zustand der Leiche spricht dagegen, die für den Mord erforderliche Kraft hat keines der Mädchen. Die Kommissare Hannah Lambert  und Ole Friedrichsen, stationiert in Niebüll, sind für den Mord auf Sylt zuständig. Schnell wird klar, dass auch die Väter der Mädchen involviert sein könnten. Und nicht nur in diese Tat. Jeder Ermittlungsschritt führt tiefer in die Geheimnisse, die viele der Verdächtigen verbinden. Man lernt Hannah Lambert in diesem zweiten Band der Sylt-Reihe näher kennen und ihre Spürnase bewundern. Absolut lesenswert.

Erschienen Februar 2019, z.Zt. E-Book 0,99 Euro

Maria Höfle

Dein ist die Schuld

Ein junges Mädchen in eleganter roter Robe liegt tot im Vestibül des Elitegymnasiums Sebastianum in Kufstein, abgestürzt aus dem zweiten Stockwerk. Das muss Selbstmord gewesen sein, entscheidet die Leitung des Hauses in Übereinstimmung mit den Polizeibehörden. Aber der ermittelnde Beamte, Chefinspektor Konstantin Schmitt aus Innsbruck gibt sich nicht zufrieden und drängt die Inspektorin Dorothea Keusch in Kufstein dazu, heimlich weiter zu ermitteln. Die sieht erstens eine Chance, ebenfalls in die Abteilung Leib und Leben zu wechseln, andererseits will sie sicher sein, dass es Selbstmord und nicht Mord war. Die Eltern von Elena Goldschmied sowie Lehrer und Schüler des Gymnasiums können ihr nicht helfen, sie legt sich mit dem geistlichen Direktor an, mit einer Neonazigruppe und leider auch mit ihrem eigenen Chef. Der droht Dorothea ihre Entlassung aus dem Dienst an, aber ihr steht plötzlich auch die Lösung vor Augen. Bis dahin haben wir einige spannende Stunden erlebt.

Erschienen November 2018, Tb 114,99, E-Book 4,99 Euro



Europawahl

Pressemitteilung Bonn, 15.2.2019

100 Tage vor der Europawahl: Seniorenorganisationen werben für ein zukunftsfähiges Europa

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) ruft alle Wahlberechtigten auf, am 26. Mai ihre Stimme für ein vereintes und demokratisches Europa abzugeben. In dem Wahlaufruf „JA zu Europa!“ heißt es: „Wir Älteren wissen: Die Europawahl gibt uns die Chance, über die Zukunft Europas mitzuentscheiden. Wir haben es in der Hand, ob Europa seine Potenziale entfalten kann oder ob es in egozentrischen Nationalismus zurückfällt.“ Die BAGSO dringt in der Erklärung darauf, Europa für die Menschen aller Generationen fortzuentwickeln. „Die Zukunft aller, auch die der Älteren, hängt wesentlich vom Wohlergehen der nachfolgenden Generationen ab. Wir wollen, dass es den Kindern gutgeht und auch ihren Familien.“ Als Interessenvertretung der älteren Generationen mahnt die BAGSO auch einen besseren Schutz der Rechte älterer Menschen an. Das gilt zum Beispiel für den Schutz vor Gewalt, für die Sicherstellung von bedarfsgerechter Unterstützung und Pflege und für die soziale Sicherung. Den Wahlaufruf „JA zu Europa“ und weitere Informationen zur Europawahl finden Sie unter www.bagso.de .

Pressekontakt: Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO) Barbara Stupp Telefon: 0228 / 24 99 93 12 E-Mail: stupp@bagso.de

Christiane Kördel

Seezeichen 13           

Ein Cosy-Krimi, wie er im Buche steht. Blut nur tropfenweise – jedenfalls am Anfang. Junge selbstständige Frau im IT-Geschäft, Hund, Ex-Liebhaber und Neuerwerbung, schnuckelig. Der Bodensee in all seiner Pracht. Wieso wird sie verdächtigt, eine Cyber-Kriminelle zu sein? Der Ex hilft aus der Patsche. Aber da ist immer noch der ungeklärte Todesfall eines jungen Kollegen. Und natürlich die Highheels mit dem ersten Blutstropfen. Ines Fox, die Chefin von Foxinets, hat viele Rätsel aufzuklären. Wer ist ihre neue Nachbarin wirklich? Ist der Freund ihrer Mutter, Kriminalhauptkommissar Schroff (!) ein Verräter? Wird das BKA den Fall klären, bevor auch Ines in Lebensgefahr gerät? Großartig geschrieben, witzig, ohne je zu blödeln.

Erschienen 2016, erster Band einer Reihe, 450 Seiten
Tb 13,99, E-Book 2,99 Euro
 

Neuigkeiten

Sollte sich jemand gefragt haben, wieso hier nicht mehr von den Kirchberg-Krimis die Rede ist, hier ist die Erklärung: Ich habe keine Lustmehr, ganze Romane zu schreiben. Man ist ständig unter Druck und dazu bin ich inzwischen zu alt. War auch mal ziemlich krank. Mein Entschluss also – nur noch kurze Texte schreiben. Meine heiteren Kriminalgeschichten sind sehr beliebt und es macht mir Spaß, sie zu schreiben. Außerdem kehre ich zu einer Aufgabe zurück, die ich für’s Krimi-schreiben aufgegeben hatte – die Mitarbeit an einem Online-Journal. Was dort geschrieben wird, könnte auch meine Leserinnen hier interessieren.
Neben Besprechungen von Krimis, die ich gelesen habe, wird es also allerhand „Gedöns“geben.
Hier auch noch einmal eine Erklärung dafür, warum dieser Blog den Namen „Omas Krimis“ hat. Meine erste große Website hieß „Omas Surfbrett“ und dieser Blog ist ein Anhängsel der Seite. Diese alte Seite wird immer noch häufig besucht, obwohl ich nichts Neues mehr einstellen kann – Windows 10 und Frontpage vertragen sich nicht, obwohl beide aus dem Hause Microsoft sind. Das wird von vielen Nutzern beklagt, aber Klagen hilft nichts, es ist so. Die Seite wird von bis zu zwölftausend Leserinnen pro Monat aufgerufen, was mich natürlich freut. Die Unterseiten zu Katzen – Bilder und Geschichten – Kultur, und sogar Ehrenamt stehen dabei im Vordergrund. 
Ich hoffe, Sie bleiben mir treu, bisher sind es bis zu knapp zehntausend Aufrufe je Monat.

Ulli Eike


Spurlos

Was hat die Seniorenresidenz Lippeblick mit dem Club Paradise zu tun und wieso wird der Lebensgefährte einer Angestellten des Lippeblick am Morgen des Tages ermordet, als sieben Bewohner des Hauses spurlos verschwinden? Der Bus, der sie zu einer Shoppingtour fahren sollte, wird von Spaziergängern leer aufgefunden, Passagiere und Busfahrer – wo sind sie? Das sind die Rätsel, die Lena Stern und ihre Kollegen aus Dortmund und Umgebung zu lösen haben. Zunächst geht es um vermisste Personen, dann um ermordete. Eine Hundertschaft der Polizei versucht, die verschwundenen alten Leute zu finden, die Zeit wird knapp, es ist November und verdammt kalt. Ich habe die Ermittlerin Lena Stern gerade erst kennengelernt, bin aber begeistert von ihrer Art, der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Band 9 einer Reihe. Absolut lesenswert.

Erschienen August 2018, 322 Seiten, Tb 9,90, E-Book 0,99 Euro

Inca Vogt

Makaber, aber mit einem Augenzwinkern

Mordserbe

Erben ist schön – aber ein Beerdigungsinstitut? Noch dazu fest in der Hand von Verwandten des Verstorbenen, die selbst nichts erben. Das riecht nach Zwistigkeiten. Leo Nora, die Tochter des nicht ganz Verblichenen(?), hat diesen Vater nie gekannt, sie war eine Waise, die sich irgendwie durchschlug. Erfreulicherweise gibt es neben den zwielichtigen Verwandten den einen oder anderen Freund des Vaters. Sie „adoptieren“ nun die beiden Kinder, neben Leo den etwas älteren Will. Was auch bitter nötig ist. Denn Igor, der Schwager, schreckt anscheinend vor nichts zurück. Da kann man schon mal ins Zittern geraten, aber das wollen wir ja von einem Thriller, einem ganz und gar schwarzen Thriller.
Leo erinnert mich in ganz klein wenig an Amato aus anderen Thrillern. Apropos anderen – dieser ist ganz anders. Wie gesagt makaber, nicht nur wegen des Gewerbes, sondern auch humorvoll, da wo es passt. Locker, leicht geschrieben, man legt den Text nicht gern beiseite, man ist schließlich neugierig.

Erschienen im Juni 2018, Tb 9,95, E-Book 2,99 Euro.