Sokolows Universum

August 21st, 2016

Irgendwo wurde der Roman als Thriller beschrieben. So fängt es an: Am Sonntag, dem 23. September 1990, wurde in der Schechunat Hatikwah, einem Stadtteil im Süden von Tel Aviv, ein Mord verübt. Beschrieben wird der Mord auf Seite 21 und erst zig Seiten später taucht kurz ein Kriminalkommissar auf. Er will Sokolow, der als Straßenkehrer den Mord beobachtet haben muss, verhören. Sokolow leugnet etwas gesehen zu haben. Bis Seite 268 – auf der lese ich gerade – wird über diesen Mord nichts weiter berichtet.
Sokolow glaubt in dem Mörder, den er sehr wohl gesehen hat, seinen Jugendfreund Lew wiedererkannt zu haben. Beide waren erstklassige Schüler und Studenten, arbeiteten in der sowjetischen Raumfahrt und waren Freunde. Davon handelt – so weit ich es bisher lese – Sokolows Universum. Die Beschreibung der Leben in der Sowjetunion und in Israel – eine wunderbare Zugabe.
So sollte ein Krimi nicht aufgebaut sein, würde ein Handbuch für Krimischreiber behaupten. Aber – ich kann mich vom Text nicht trennen. Dabei begegnet mir der Held der Geschichte als ständig betrunkener, fast verwahrloster Straßenkehrer. Nach dem Absturz der Raumfahrtrakete, an deren Bau die Freunde wesentlich beteiligt waren, bricht seine Welt auseinander. Beruf, Ehefrau, Tochter – das war einmal. Ihm gelingt die Ausreise nach Israel, aber kein Einstieg in ein normales Berufsleben. Ab Seite 200 wird ein Märchen wahr – Lew taucht auf und reißt ihn aus dem Elend. Ich fürchte allerdings, er wird ihn in ein neues Elend stürzen …

Und so kommt es auch: Ab Seite 337 wird Sokolows Universum zum Thriller – Lew, der mit internationalen Geschäften zu Geld und Verbindungen gekommen ist, baut eine Waffenfabrik auf und macht Sokolow zum Teilhaber; Sokolow lernt eine schöne Frau kennen und lieben. Sokolows Prinzipien, seine Gradlinigkeit werden auf die Probe gestellt: Lew erwartet von ihm, dass er einen Mann, der ihren gemeinsamen Plänen gefährlich wird, ermordet.
Das Ende wird nicht verraten, aber man sagt sich: Das musste ja so kommen. Im allerletzten Kapitel „Später“ werden alle Fragen noch einmal gestellt und neue kommen dazu. Antworten gibt es nicht. Aber man hat die Ahnung, dass aus zwei Menschen – Sokolow und Lew – einer geworden ist, so wie zu Anfang ein Zeuge des ersten Mordes den Mörder gezeichnet hat.
Leon de Winter, 1992

Schloss Burg

August 20th, 2016

Heute war ich mal wieder in Burg, Burg an der Wupper mit dem Schloss Burg. In meinem Krimi „Mord am Kirchberg“ war Ruth Bergmann mit dem netten Herrn Bromberg dort und bewunderte die Sicht auf die Wupper. Das konnte ich nicht, aber die Waffeln schmeckten mir genau so gut wie Ruth Bergmann. Und der Blick auf die Wupperberge gegenüber vom Waffelhaus war auch schön.

5,5 Stunden Lesezeit

August 18th, 2016

Gerade eben sagt mir Freundin Marga, dass die CD mit meinem Krimi „Mord am Kirchberg“ bei ihr angekommen ist. Ab heute Abend wird sie sich also meinen Text vorlesen lassen. Ich bin gespannt, welchen Eindruck er bei ihr machen wird. Ob sie herausfindet, wer das Vorbild für Ruth Bergmann ist? Das ist nämlich eine gemeinsame Freundin.

Am Kirchberg – Verdacht

August 12th, 2016

Ich habe meinen Text jetzt zum Lektorieren verschickt in der Hoffnung, dass ich noch ein paar gute Tipps bekomme. Fertig ist man ja nie. Was heißt, dass ich anschließend das berichtige, was die Lektorin mir angekreidet hat. Nach der Berichtigung gehe ich wieder auf Fehlersuche, das heißt, ich drucke alles aus. Auf Papier sieht man die Fehler besser als am Bildschirm. Dann gibt’s auch noch den Trick, den Text in ein E-Book-Format umzuwandeln, dann sieht er auf dem Tablet ganz fremd aus und man sieht weitere Fehler. Das habe ich schon mal ausprobiert. Und ganz am Ende liest man alles laut und findet die uneleganten Wendungen, die holprigen oder zu langen Sätze. Anschließend sind so gut wie alle Fehler raus. Und man fragt sich: Will das überhaupt jemand lesen? Männer würden sich in der Phase besaufen – aber für mich ist das keine Lösung.

Jörg Marenski

August 11th, 2016

Rheinstadion
Was wie ein gesellschaftliches Ereignis beginnt, verwandelt sich in eine nie gesehene Katastrophe. Im Hotel Tulip Inn am Rheinstadion Düsseldorf sind bewährte Mitarbeiter einer Versicherungsgesellschaft zusammengekommen. Man sucht sich Plätze mit guter Sicht, will das Fußballspiel Fortuna gegen Dynamo Dresden genießen und hat volle Sicht auf – einen Drohnenangriff. Tote, Verletzte, schreiende Menschen. Zwei Paare, verschwägert, nehmen Anteil, einer bezahlt das mit seinem Leben.
Die ersten Ermittler vor Ort sind die Kommissare Oberle, Micha, Schmitz, Jupp und der junge Jenssen, Juma. Aber das ist offensichtlich ein Fall für den Generalbundesanwalt und das BKA. Federführung hat eine Frau, Dr. Elly Martin. Es gibt das übliche Kompetenzgerangel, aber man respektiert sich.
Gleichzeitig/ungleichzeitig mit der Aufklärung des Falls wird als Geschichte in der Geschichte “Aus der Vorgeschichte“ berichtet. Gekonnt, wie auf den Punkt genau alles zusammentrifft: in der Katastrophe. Hier Düsseldorf, dort Dresden. Dass Aspekte der rechten Art eine Rolle spielen: Düsseldorfer Patrioten, DüPa; dass ein Imam zu Worte kommt, bringt zusätzliche Spannung ins Spiel. Dass aber Oberle eine tiefe Enttäuschung in seinem Privaten erlebt, das wird die weiblichen Marenski-Fans entsetzen.
Die handelnden Personen sind scharf gezeichnet, die neuen wie die „alten“. Sie verursachen Begeisterung oder Ärger, immer aber Anteilnahme. Meine Meinung: Der Band 8 ist der Höhepunkt der Reihe Düssel-Krimis.
Erschienen am 3. August 2016, 11,00 Euro, E-Book 2,99 Euro
Marenski bei Facebook

Blindenhörbücher

August 9th, 2016

Unter der Katalognummer 30350 ist mein Krimi „Mord am Kirchberg“ jetzt bei der Westdeutschen Blindenhörbücherei e.V.zu bestellen – natürlich nur für sehbehinderte Mitglieder.

Das sagt der Verein über sich selbst. Spenden sind sehr willkommen, da die öffentlichen Gelder nicht so üppig fließen, wie man denken sollte. Meine Freundin Marga bezieht seit langem regelmäßig Hörbücher und ist glücklich darüber, weiter „lesen“ zu können.

Problem Drohnen

August 7th, 2016

Ich habe mehrfach über Jörg-Marenski-Krimis geschrieben. Über Rheinliebe und Rheinkastanie und so weiter. Jetzt hat Marenski einen neuen Band dieser Rheinkrimis veröffentlicht: Rheinstadion. Spannende Geschichte. Es geht um einen Drohnenangriff auf fünfzigtausend Fußballfreunde. Die warten im Rheinstation auf den Anpfiff des Spiels gegen Dynamo Dresden, als der Horror passiert. Im Sekundentakt explodieren kleine Bomben, die unter den Drohnen befestigt sind. Fernzündung. Tote, Verwundete, Panik. Nicht schön, aber möglich. Das nimmt der Fortuna-Vorstandschef zum Anlass, um gegen den Autor zu wettern: geschmacklos. Nicht gerade ein passendes Kriterium für einen Polit-Krimi. Man könnte den Krimi als einen Aufruf betrachten, über die Zulassung von Drohnen nachzudenken. Erst kürzlich wurde ein Flugzeug durch eine Drohne in Gefahr gebracht.
Die Rheinische Post, Düsseldorf, beschäftigt sich in einem Artikel vom 5. August mit dem Fall.
Aber in erster Linie ist es natürlich spannende Ermittlungsarbeit der Düsseldorfer Kommissare Oberle, Schmitz und Jenssen. Unterstützt – oder behindert ? – von Beamten des BKA und des Generalbundesanwalts. Später mehr darüber.

Ruth Bergmann

August 2nd, 2016

Ich könnte natürlich hier einiges über meine Detektivin Ruth schreiben, aber es genügt auch ein Link. Dort steht ganz ausführlich, wer das ist: Ruth Bergmann, 72. Was sie so treibt, liest man in „Mord am Kirchberg“ oder demnächst in „Am Kirchberg – Verdacht
„Mord am Kirchberg“ gibt es in meinem Autorenshop – kostenlose Lieferung

Facebook

Juli 28th, 2016

Durch die Teilnahme an der Krimiwoche 2016 und der anschließenden Vorablesegruppe „Je schwärzer die Nacht“ hat mir Facebook eine ganze Reihe Menschen gezeigt, mit denen ich einen Kreis von mehr als zehn Befreundeten zähle. Also habe ich bei einigen – überwiegend Frauen – nachgefragt, ob sie mit mir befreundet sein wollen. Manche haben ja gesagt. Anfangs waren meine Facebookfreunde nur solche, die ich persönlich kenne, allmählich weitete es sich aus – fast alles Menschen, die „irgendwas mit Büchern“ zu tun haben. Sehr sympathisch.
Wenn ich Langeweile habe, habe ich Möglichkeiten, sie zu vertreiben: Facebook oder News von Fokus aufrufen. Ich kann natürlich auch was tun, nämlich an meinem neuen Krimi weiterschreiben.

Der Neue

Juli 27th, 2016

verdacht
Hatte ich eigentlich schon geschrieben, dass mein voraussichtlicher Titel so heißt:
Am Kirchberg – Verdacht
Von dem einen oder anderen Verdacht ist in jedem Krimi die Rede. Ist es hier ein ganz besonderer? Das wird sich natürlich erst am Ende des Textes herausstellen. Ich habe schon eine ganze Menge geschrieben, zur Zeit wird überarbeitet und nochmal und nochmal.