Weiter überarbeiten

Damit demnächst ein mindestens formal erstklassiger Krimi das Licht der Welt erblickt, arbeite ich hart. Was sich da alles an Fehlern einschleicht, wenn man flott seine Gedanken zu Papier bringt. Ich kann allerdings versprechen, dass in naher Zukunft Leseproben da sein werden.
Bis dahin vielleicht ein Blick auf „Seniorenstories“, bei denen es eine Neuerung gibt. Sophie Lange hat auch einiges über ältere Herrschaften zu erzählen – mit viel Humor, und sie wird mir immer wieder neue Geschichten schicken, die ich bei den Seniorenstories veröffentliche.
Ich freue mich sehr darüber.

Dat ärme Dier

Eine Geschichte aus der Eifel von Sophie Lange.
Zugegebenermaßen kein Krimi, aber doch eine lesenswerte Geschichte, wer schmunzelt nicht gern mal.
Sophie Lange hat übrigens auch ganz andere Geschichten zu bieten. Ich bedanke mich bei ihr für diese hier.

„Wo haben Sie denn Schmerzen?“ fragte der Arzt. Es war Visite und der Arzt stand mit einer Assistenzärztin am Bett von Mariechen. Diese sah den Arzt ernst und etwas traurig an: „Ich hann keen Ping, ich haan bloss et ärm Dier.“ Der Arzt schien verwirrt: „Wie bitte was?“ Mariechen seufzte. Der Arzt schien sie nicht zu verstehen. Vielleicht war er ein Ausländer, ene Imi, aus Düsseldorf oder Essen.
Die Ärztin sprang hilfreich ein. „Die Patientin hat keine Schmerzen“ übersetzte sie das Eifeler Platt und erklärte dann kurz den Sachverhalt. „Sie ist gestürzt, aber außer einem verstauten Knöchel ist nichts passiert.“
„Wieso sind Sie gefallen?“ wollte der Arzt nun wissen und schaute Mariechen tief in die Augen.
„Mer wurde eemol so schummrig im Kopp und do merk ich: Ich falle und do log ich at op de Hengesch.“ Die Ärztin übersetzte brav: „Sie hatte einen Schwindelanfall.“
„Haben Sie das schon öfter gehabt?“, war die nächste Frage des Arztes. Nun kam Mariechen echt in Bredouille. Wenn sie jetzt wahrheitsgemäß mit „ja“ antwortete, durfte sie bestimmt nicht nach Hause. Aber lügen durfte man ja nicht im Krankenhaus. Wie hieß es doch in dieser Ärztesoap: „Sie müssen die Wahrheit sagen, sonst machen Sie sich strafbar.“ Oder war das eine andere Sendung? Der Arzt machte sie noch ganz dörcheneen und ramdösig,
Doch schließlich rang sie sich zu einer Antwort durch. „Doheem ist mir at ens schummrig wurde, do hann ich mich flott hingesetzt, eene Opgesetzte gekippt und dann wor et wieder jot.“ Geduldig wartete der Arzt die Übersetzung ab, dann wurde die nächste Frage auf Mariechen abgeschossen.
„Und was war jetzt anders?“ Mariechen schüttelte den Kopf. War der doof!
„Do wor nix zu setze“, erklärte sie unwirsch „und do ben ech gefalle, ob de Hengesch.“
„Das müssen wir abklären“, sagte der Arzt nun zu seiner Begleitung, sprach von EKG und EEG, von Röntgen und Blutuntersuchung und lauter so ’n Käu (Verzäll). Die Ärztin notierte eifrig.
„Ich well no heem“, versuchte Mariechen die Untersuchungen abzuwimmeln. „Ich moss en der Gaade. Überhaupt: em Krankenhuus hann ich immer et ärm Dier. Doheem net.“
„Was hat die denn immer mit diesem Tier“, flüsterte der Doc seiner Dolmetscherin zu. Die wisperte zurück. „Schubhafte Depressionen“. Trotz der leisen Töne hatte Mariechen genau verstanden, was die beiden Flüstertüten meinten.
„Ich hann keen Dipressen, ich haan nur et ärm Dier.“
„Dann geben Sie ihr ein Antidepressivum,“ sagte der Arzt ungeduldig zu seiner Gehilfin und mit wehendem weißem Kittel verließ er das Zimmer. Doch Mariechen rief noch schnell hinterher.
„Ich will keen Anti. Do helft am beste och ene Opjesetzte.“ Aber die Götter in Weiß waren schon zum nächsten schwierigen Fall unterwegs.
—————————————————————————————————————————-
Und falls auch Sie ab und zu dat ärme dier haben, dann hilft vielleicht auch Ihnen der Opjesetzte. Sophie Lange liefert auch gleich das Rezept dazu. 
Opgesetzte, Aufgesetzter    Brombeer – Aufgesetzter
Zutaten
1 1/2 kg Brombeeren, frische oder andere Beeren)
300 g Kandiszucker (Grümmelkandis), braun
1 Vanilleschote(n)
2 Flaschen Schnaps, Weizenkorn 38 %, 0,7 l
1/2 Flasche Weinbrand, 40 %, 0,7 l
Zubereitung
Arbeitszeit: ca. 20 Min. Ruhezeit: ca. 42 Tage / Schwierigkeitsgrad: simpel /
Als Gebinde benutze ich immer 3 l-Schnapsflaschen aus der Gastronomie.
Die kalt abgewaschenen und abgetropften Brombeeren und den Kandis abwechselnd in 3 Schritten in die Flasche füllen.
Die Vanilleschote längs einschneiden, etwas aufklappen und nach halber Füllung dazu geben. Anschließend den Weinbrand und den Weizenkorn einfüllen. Das Gefäß mit einem Korken (bei 3 l-Flaschen passen auch Sektkorken) verschließen und einige Male wenden, damit sich alles etwas vermischt.
Bei ca. 20 Grad für mindestens 6 Wochen in einem dunklen Raum lagern und alle 2-3 Tage einige Male wenden.
Nach Ende der Lagerzeit zuerst durch ein gröberes, dann durch ein Teesieb gießen und in Flaschen nach gewünschter Größe abfüllen.
Chefkoch.de
In jedem Haus in der Eifel wurde früher so ein Schnaps angesetzt. Oft stand die Flasche auf der Fensterbank. Hier stand sie zwar nicht immer im Dunkeln, doch man vergaß zumindest das Drehen nicht.
 

Überarbeiten

Da kommt wirklich noch sehr viel Arbeit auf mich zu. Was sich da allein an Füllwörtern wie schon, noch oder ja eingeschlichen hat. Das muss raus. Und es gibt tatsächlich holprige Formulierungen – das hätte ich nicht gedacht 😉

Ein Rekord

„Gut gemacht! Deine Fotos waren mindestens 5.000 Mal hilfreich für andere – ein neuer Rekord für dich auf Google Maps.“
Das wird mir heute mitgeteilt. Es handelt sich um einige Bilder, die ich aus der achten Etage des Maritim am Rande der vorjährigen Frankfurter Buchmesse gemacht habe. Als Fotografin hatte ich bisher noch nicht geglänzt…
Man kann sie übrigens nicht nur ansehen, sondern auch herunterladen.

Cover Heimliches Gift

Gestern bekam ich einen ersten Entwurf für das neue Cover. Er wird inzwischen überarbeitet. Dieses Mal ist die Szenerie etwas heller, was man sieht entspricht dem Inhalt des Krimis und seinem Titel. So sollte es auch sein. Der Grafiker heißt Alessandro Miglio, er lebt und arbeitet in Mailand. Die Verbindung kam über eine Agentur zustande, die in Australien ihren Sitz hat. Globalisierung auf allen Gebieten.

Am Kirchberg

Heute hatten Ruth Bergmann und ich Besuch von einer reizenden Hochdahlerin, die hinterm Kirchberg wohnt. Sie würde umgekehrt natürlich sagen, dass Ruth hinterm Kirchberg wohnt. Wir können uns einigen, dass Ruth Bergmann AM Kirchberg wohnt. Für mich war es ein interessanter Einblick in die Geschichte des Ortes Hochdahl, der ein Stadtteil von Erkrath ist. Das herausragende Merkmal: Hochdahl ist eine Stadt im Grünen. Sogar kleine Wäldchen hat der damalige Stadtplaner erhalten – so das Kattendahler Wäldchen, auf das man vom Rosenhof aus blickt.

Heimliches Gift – der dritte Band der Kirchberg-Krimis

Gerade eben habe ich das Wort ENDE unter meinen Text geschrieben. Aber Ausruhen gibt’s nicht, das ist nur der erste Entwurf. Ab morgen fange ich bei Seite eins mit dem Durcharbeiten an. Eigentlich soll man sein Manuskript wochenlang liegen lassen, um Abstand zu gewinnen, aber ich will keinen Abstand gewinnen, ich will es fertigstellen. Ebenfalls morgen wird der Auftrag für das Cover erteilt. Irgendwann geht alles zum Lektorat und dann heißt es Daumen drücken.

Das verschwundene Manuskript – Teil drei

Ilse lebt nun allein in dem Pavillon, der ihnen als Wohnung angewiesen wurde. Der Professor ist zum Lustschloss der Prinzessin gefahren, dort sollen Truhen mit alten Pergamenten gefunden worden sein. Die Eheleute sind zum ersten Mal getrennt, getrennt worden ist richtiger. Die Prinzessin umgarnt den Professor, der Fürst macht Ilse fragwürdige Anträge. Durch den Besuch einer Dame, die Ilse seit der Kindheit kennt, wird dieser klar, wo sie wohnt: Der Pavillon ist seit vielen Jahren berüchtigt, weil die Fürsten dort ihre Mätressen untergebracht haben. Das ist im Volk bekannt und so wird Ilse geschmäht: Sie treibt es mit dem Vater und dem Sohn. Das ist für sie unerträglich und sie flieht mit Hilfe eines treuen Dieners in das Haus ihres Vaters. Das allerdings in diesem Fürstentum liegt. Mit Entsetzen stellt man als Leserin fest, wie viel Willkür um 1850 herrschte. Ilse gelingt es nicht, einen Wagen für sich zu mieten, Lakaien wissen das zu verhindern. Gleichzeit gerät ihr Ehemann in Gefahr, der Fürst sucht seine Tochter auf und – als sei es ein Versehen – zielt er mit seinem Gewehr auf den Professor. Ein Hofmann drückt in letzter Sekunde das Gewehr beiseite. Im Schloss der Tochter hatte der Professor ein Manuskript gefunden, das er schnell als Fälschung entlarvt, der Fürst hatte es erstellen lassen.
Dem Hofmann ist inzwischen aufgegangen, dass der Fürst nicht mehr Herr seiner Sinne ist, er fordert ihn zum Rücktritt auf. Jetzt beginnt eine wilde Jagd, der Fürst fährt zurück ins Schloss, erfährt, dass Ilse trotz der Hindernisse fliehen konnte und fährt sogleich weiter zum Gut des Vaters, in dessen Nähe auch der Erbprinz weilt. Es kommt zu einer Katastrophe, zunächst durch etwas, was wir heutzutage Starkregen nennen. Ein Bach wird zum Fluss, gefährdet die Brücken, die über ihn führen. Der Fürst will trotzdem weiter, Sein Wagen stürzt um, der Fürst liegt hilflos im Wasser, wird geborgen und ist nun vollends außer Sinnen. Er wird in das nahe Gut des Vaters getragen, Ilse flieht nun auch aus ihrem Vaterhaus.
Das Ende ist ein doppeltes Happy End, der Professor findet seine Frau Ilse, der Doktor, den wir aus den früheren Teilen kennen, heiratet das von ihm angebetete Mädchen. Aber dem Gedanken, das Manuskript zu finden, schwören die beiden Gelehrten ab.
Noch einmal: Den Bericht aus einer Zeit vor mehr als hundertfünfzig Jahren zu lesen, ist ein Genuss. Und sein Autor ist ein wohlbekannter Mann.